Außenabdichtung

Da bis in die 60er Jahre keine hochwertigen und dauerhaften Abdichtungssysteme zur Verfügung standen, bildeten Keller eine, aus gesundheitlichen und bautechnischen Gründen, erforderliche Pufferzone, zwischen der übers Erdreich ins Gebäude dringenden Feuchtigkeit und den darüber liegenden Wohnräumen. Zudem ermöglichte das konstante feuchtkühle Klima die Lagerung von Lebensmitteln, dessen Notwendigkeit heutzutage dank moderner Kühltechnik nicht mehr erforderlich ist.

Nutzungserweiterung des Kellers durch Außenabdichtung
Funktionsfähige Außenabdichtung ermöglicht hochwertige Ausbauten auch im Untergeschoss

Zwischenzeitlich haben sich unsere Lebensgewohnheiten im erheblichen Maße verändert. Mit der Verfügbarkeit funktionsfähiger Abdichtungssysteme und der damit verbunden Möglichkeit, Kellerräume fürs Hobby, als Arbeits-, Spiel- und Gästezimmer oder Hauswirtschaftsraum usw. zu nutzen, bietet das Untergeschoss eine ungenutzte Raumreserve, die sich mit modernen Baustoffen erschließen lässt.

Verfahrensbeschreibung  Außenabdichtung

Wie auch die Wissenschaftlich-Technische Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege e.V. -WTA in ihrem Merkblatt ´Nachträgliches Abdichten erdberührter Bauteile´ beschreibt, gilt die nachträgliche Außenabdichtung für alle drei Arten der Wasserbeanspruchung (Lastfälle) der DIN 18195. Hierbei muss eine Abdichtung im Bereich der Bodenplatte vorhanden sein.

Es ist sicherzustellen, dass die unterschiedlichen Abdichtungssysteme untereinander verträglich sind. Alle Anschlüsse, Bauwerksfugen und Durchdringungen sind abzudichten. Ggf. ist dabei zu berücksichtigen, dass eine nachträgliche Horizontalsperre erforderlich sein kann.

Aufbau einer Außenabdichtung
Schematischer Aufbau einer Außenabdichtung

Die abzudichtenden Bauteile werden unter Einhaltung der Sicherheitsvorschriften der Bauberufsgenossenschaft so freigelegt, dass ein begehbarer Arbeitsraum geschaffen wird.  Generell ist für die Abdichtung ist ein geeigneter Untergrund durch eine Egalisierung zu schaffen. 

Freigelegte Aussenwand alte Aussenabdichtung löst sich selbstständig ab
Freigelegte Außenwand; deutlich sichtbar löst sich die Altabdichtung mangels Verbindung zum Untergrund ab

Der vorbereitete Untergrund wird in der Regel grundiert. Diese Grundierung richtet sich in Material und Anwendung nach dem Untergrund (Art, Saugfähigkeit, Feuchtigkeit und vorhandene Altabdichtungen) und dem gewählten Abdichtungssystem.

Egalisierungsschicht zur Vorbereitung der Aussenabdichtung
Egalisierung des Untergrunds als Vorbereitung zur Außenabdichtung

Nach den erforderlichen Vorarbeiten wird die Abdichtung auf die später erdberührten vertikalen Bauteilflächen aufgebracht, wobei alle in DIN 18195-2 aufgeführten sowie weitere in der Praxis bewährten Abdichtungsstoffe eingesetzt werden können.

Aussenabdichtung KMB kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtung
Außenabdichtung mit KMB (kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtung)

Vor, während bzw. nach der Applikation sind bauliche Schutzmaßnahmen zum Schutz der Abdichtung während der Bauarbeiten zu gewährleisten.

Hierzu gehören unter anderem auch ein Witterungsschutz und der Schutz vor vorzeitiger Wasserbelastung.

Witterungsschutz während der Abdichtungsarbeiten
Wettereinhausung zum Schutz vor Witterungseinflüssen während der Abdichtungsarbeiten

Zudem muss die Bauwerksabdichtungen dauerhaft vor schädigenden Einflüssen, z. B. beim Einfüllen und Verdichten des Erdreichs, geschützt werden. 

In der Praxis werden hierfür u. a. auch Perimeterdämmsysteme auf der erdberührten Seite der Abdichtung eingesetzt, die konstruktionsbedingt zusätzlich die Schutzfunktion für die Abdichtung, die Funktion als Dränelement und als Wärmedämmschicht erfüllen.

Wärmedämmschicht als Schutzfunktion für die Außenabdichtung
Wärmedämmung als Schutz der Abdichtung

Dränung als flankierende Maßnahme

Dränanlagen nach DIN 4095 sind Teil der Bauwerksabdichtung für Außenabdichtungen

für den Lastfall „nichtstauendes Sickerwasser“ bei bindigen bzw. wasserundurchlässigen Böden.

Die Dauerhaftigkeit der Bauwerksabdichtungen ist in diesem Fall von der dauernden Funktionstüchtigkeit der Dränanlage abhängig, dessen Erhalt dem Eigentümer des Bauwerkes obliegt, zu dem die Dränanlage gehört. Der Zustand und die Funktion der Dränanlage sind regelmäßig zu überwachen.