Schleierinjektion

Unzugängliche, feuchtebelastete Bauteile im erdberührten Bereich können mit einer Schleierinjektion nachträglich und ohne Aufgraben abgedichtet werden.

Durch den eingebrachten Gelschleier wird dauerhaft ein Eindringen von Wasser und Feuchtigkeit in die Bausubstanz verhindert.

Abdichtungsschleier sichtbar nach Schleierinjektion
Sichtbarer blauer Abdichtungsschleier zwischen Bauteil und Erdreich nach der Schleierinjektion

Schleierinjektionen werden zwar den Flächenabdichtungen zugeordnet, jedoch eignen sie sich auch zur 

  • Abdichtung von Dehnfugen
  • Abdichtung von gerissenen, sich bewegenden Bauteilen
  • Abdichtung von Gebäudetrennfugen

Verfahrensbeschreibung Schleierinjektion

Bei der Schleierinjektion wird ein Injektionsschleier zwischen Mauerwerk und Baugrund im Niederdruckverfahren flächig vor dem Bauteil als Abdichtung ausgebildet.

Der umgebende Baugrund wird dabei als Stützgerüst genützt.

Aufbau Schleierinjektion
Schematischer Aufbau einer Abdichtung durch Schleierinjektion

Je nach Baustoffbeschaffenheit und Porengefüge des Abdichtungsbereichs werden im Raster Bohrungen im Baukörper hergestellt und mit entsprechenden Packern versehen.

Schleierinjektion im Wand- / Bodenanschluss
Schleierinjektion im Wand- / Sohlenanschluss

Unter Berücksichtigung der örtlichen Situation zum Beispiel bei Wassereintritt, Fehlstellen, schadhaften Fugen und Klüftigkeit ist eine Verdämmung des Injektionsbereiches vorzunehmen.

Die Injektion wird so durchgeführt, dass eine zusammenhängende Abdichtung im Baustoffgefüge entsteht.

Probeinjektion Gelschleier
Probeinjektion zur Bestimmung des Materialverbrauch und Bohrlochabstandes

Es wird empfohlen, vor Ausführung der Injektionsarbeiten eine Probeinjektion vorzunehmen. Hier kann abgeschätzt werden, ob mit dem vorgesehenen Packer-Raster ein vollflächiger Injektionsschleier ausgebildet werden kann und wie hoch der zu erwartende Materialverbrauch sein wird.

Bohrlochraster einer Schleierinjektion im Gewölbekeller
Bohrlochraster zur Flächenabdichtung mit Schleierinjektion in einem Gewölbekeller