Hausschwammsanierung

Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie DFGM wählte den Echten Hausschwamm zum „Pilz des Jahres 2004“, um auf seine oft unterschätzte wirtschaftliche Bedeutung und Häufigkeit hinzuweisen. 

Echter Hausschwamm
Echter Hausschwammbefall am Boden- / Wandanschluss eines Kellers

Die 3 wichtigsten Pilzarten

Geschätzt lassen sich mindestens 80 % der in Gebäuden durch holzzerstörende Pilze verursachte Bauwerksschäden auf 3 Pilzarten zurückführen.

  1. Echter Hausschwamm (Serpula lacrymans)
  2. Brauner Kellerschwamm oder Braune Warzenschwamm (Coniophora puteana)
  3. Weißer Porenschwamm (Fibroporia vailantii, Antrodia sinuosa und Poria placenta)  

Alle drei aufgeführten Hausschwammarten sind ausgesprochen massive Holzzerstörer.

Gut, wenn es kein Echter Hausschwamm ist

Ohne Zweifel nimmt jedoch der Echte Hausschwamm hierbei eine Sonderstellung ein. Wegen der von ihm angerichteten Schäden beschäftigen sich die Menschen schon seit Jahrhunderten mit diesem Pilz. Die älteste Literatur über den Hausschwamm findet sich in der Bibel. Im Dritten Buch Mose, Kapitel 14, Absatz 34-48 sind die wahrscheinlich ersten Regelungen in der Menschheitsgeschichte im Umgang mit Hausschwamm niedergeschrieben. Auch heute noch ist er aufgrund seiner Vielgestaltigkeit und besonderen Fähigkeiten nicht nur der mit Abstand gefährlichste, sondern auch der am schwierigsten zu bekämpfende Gebäudepilz. 

Hausschwamm Feuchtigkeit Dach
Hausschwammbefall nach Undichtigkeit im Dach

Die große Gefährlichkeit des Hausschwamms resultiert insbesondere aus folgenden Eigenschaften:

  • Der Hausschwamm begnügt sich in seiner Entstehung und Ausbreitung  mit einer weit niedrigeren Holzfeuchte als andere Gebäudepilze.
  • Durch sein spezielles Oberflächen- bzw. Strangmyzels kann er sich über weite Strecken ausbreiten. Dabei werden über den Nährboden hinaus nicht nur holzfreie Stoffe aller Art überwuchert, sondern auch mühelos Schüttungen und Mauerwerk durchwachsen.
  • Oftmals bleibt ein akuter Schwammbefall aufgrund der versteckten Lebensweise für längere Zeit unerkannt, oder es wird ersten Befallsanzeichen nicht die erforderliche Aufmerksamkeit geschenkt.
  • Nicht sachverständig ausgeführte Bekämpfungsmaßnahmen führen durch auskeimende Sporen zu einem Wiederbefall und nicht abgetötete Myzelteile wachsen erneut aus.

Echter Hausschwamm oder nicht?

Die entscheidende Frage lautet: Handelt es sich bei einem Befall um den Echten Hausschwamm (Serpula lacrymans), oder ist es ein anderer Pilz?

Danach richtet sich letztlich der Ablauf einer bestimmungsgemäßen Bekämpfung.

Ein Befall mit Echtem Hausschwamm hat in der Regel Durchwachsungen des Mauerwerks und anderen mineralischen Baustoffen zur Folge, was eine bekämpfende Schwammsanierung aufwendig macht.

Anderen holzzerstörenden Gebäudepilzen fehlen solche Durchwachsungen oder sie sind weniger stark ausgeprägt und leicht zu entfernen. Zur Bekämpfung würde es schon ausreichen, befallene und geschädigte Bereiche zu ersetzen und die Ursachen für die Durchfeuchtung des Holzes dauernd wirksam zu beseitigen. Nur in Einzelfällen mit Einwachsungen in mineralische Bauteile könnten zusätzliche vorbeugende chemische Maßnahmen notwendig werden.

Eine Pilzartenbestimmung zum Ausschluss des Echten Hausschwamms und mit ihm verwandter Arten von denen anderer holzzerstörenden Pilzen ist zwingend nötig, denn nach DIN 68 800 Teil 4 Abschnitt 4 Abs. 2.1. ist zu beachten, dass ohne eine zweifelsfreie Pilzartbestimmung ist im Zweifelsfall so zu verfahren ist, als würde ein Befall durch den Echten Hausschwamm vorliegen.

Pilzbefall Fleischbecherling
Fleischbecherling, Peziza spp. benötigt ein sehr feuchtes Klima. Der Befall ist meist ein Indiz für einen Feuchteschaden, oft nach Baufehlern.

Das Auftreten des Fleischbecherling (Peziza. ssp.) ist ein sicheres Indiz für einen vorhandenen Feuchteschaden. Seine Anwesenheit ist ein Anlass, den Wand- und Fußbodenaufbau zu öffnen und nach Feststellung und Beseitigung der Ursache wieder neu aufzubauen. Ein Einsatz von Giftmittel gegen die sonst mehr als Speisepilz bekannten Peziza-Arten ist hier nicht erforderlich.