Innendämmung

Außendämmung oder Innendämmung?

Ist bei Bestandsgebäuden aus finanziellen, technischen oder Denkmalschutzgründen eine Außendämmung nicht möglich, so bieten heutige Innendämmsysteme sichere und wirtschaftliche Lösungen und bleiben häufig die einzige Möglichkeit, das bestehende Objekt zu sanieren.

Infrarot Waermebildkamera Wärmebildkamera
Geometrische Wärmebrücke durch Wärmebildkamera sichtbar gemacht

Innendämmungen  verursachen Feuchteschäden?

Genau wie andere Baumaßnahmen, müssen auch Innendämmungen sorgfältig geplant und ausgeführt werden. Werden bauphysikalische Aspekte und die Eigenschaften der Materialien bei der Ausführung der Innendämmung beachtet, lassen sich Feuchtigkeits- und Schimmelpilzprobleme sicher vermeiden. 

Schimmel Innendämmung Innendaemmung
Schimmelbefall infolge fehlerhaft projektierter und angebrachter Innendämmung

Innendämmung? – Wenn ja, dann aber richtig!

Bei einer Innendämmung werden meist nur die Bauteilbereiche gedämmt, die größeren Temperaturschwankungen unterliegen wie z.B. Außenwände und Dachflächen. Dabei wird die bestehende Bausubstanz von der warmen Luft des Raums getrennt und nicht mehr erwärmt. Die Konstruktion bleibt im sogenannten „kalten Bereich“. Es kommt zu einer Verschiebung des theoretischen Taupunkts in die Konstruktion des Bauteils.

 Taupunktverschiebung Innendämmung Innendaemmung
Quelle: J. Gänßmantel, G. Geburtig; Richtig dämmen, Handbuch für zeitgemäßes Dämmen; / Dr. Anatol Worch, Leiter der WTA-Arbeitsgruppe „Innendämmung im Bestand“, TÜV Lehrgang Sachverständigen für Schäden an Gebäuden, Bauphysik, Wärmebrücken, Innendämmung

Mit der Ausführung der Innendämmung ist die Herstellung einer vollständigen Luftdichtung zwingend erforderlich, um das Eindringen von Feuchtigkeit durch Wasserdampfdiffusion oder Luftkonvektion aus dem Wohnraum in die Konstruktion zu vermeiden. 

Eine Ausnahme bildet hierbei die Innendämmung aus kapillarleitfähigen und feuchteverträglichen Materialien, welche aufeinander abgestimmt sein sollten. Bewährt hat sich in solchen Fällen eine Innendämmung mit Kalziumsilikatplatten (auch als Calciumsilikat-Platte oder unter der Bezeichnung Klimaplatte bekannt). Aufgrund ihrer diffusionsoffenen Eigenschaften haben diese den Vorteil, dass eine Dampfbremse nicht nötig ist.


Warum Wärmedämmplatten aus Kalziumsilikat?

Obwohl Kalziumsilikatplatten mit einer Wärmeleitfähigkeit von durchschnittlich 0,050 bis 0,065 W/mK im Vergleich beispielsweise mit Mineralwolle (0,030 bis 0,050 W/mK) etwas schlechtere Dämmwerte besitzen, gibt es Anwendungen, bei denen die positiven Eigenschaften der Dämmplatten überwiegen.

Dies ist beispielsweise der Fall, wenn 

  • Problemflächen wie beispielsweise Außenwandecken nur punktuell saniert werden sollen.
  • es ausreichend ist, die Wärmedämmung geringfügig bis gut zu verbessern.
  • viel Feuchtigkeit aus der Raumluft aufgenommen werden muss.
  • diese Feuchtigkeit schnell wieder austrocknen soll.
  • keine Dampfbremse verbaut werden soll.
  • keine zusätzliche Verkleidung angebracht werden soll.
  • ein bereits bestehendes Schimmelproblem vorhanden ist. Kalziumsilikat ist hochalkalisch und beugt der Entstehung von Schimmelpilzen vor.