Wasserschadensanierung

Wird ein Wasserschaden im Haus entdeckt, ist schnelles Handeln geboten. Verursacht durch einen Rohrbruch, Hochwasser oder Unwetter sind die Schäden oftmals erheblich. Je nachdem, wie viel Wasser auf einmal austritt und sich langsam über die Zeit in der Bausubstanz verteilt, wird der Wasserschaden oft erst bemerkt, wenn sichtbare Schäden wie Verfärbungen von Wand-, Decken-, Fußbodenbelägen oder gar Schimmelbefall eingetreten sind. Um den Schadensumfang zu begrenzen und teure Folgeschäden zu vermeiden, sollten Sie umgehend dafür sorgen, dass der Wasserschaden behoben wird und die Feuchtigkeit beseitigt wird.  

Wasserschaden Feuchtigkeit an Wand
Aufsteigende Feuchtigkeit an den Wänden nach Wasserschaden sichtbar

Erstmaßnahmen bei einem Wasserschaden

1. Wasserzufuhr abstellen

Bei einem Leitungswasserschaden die Wasserzufuhr stoppen, Wasserabsperrhähne oder Hauptwasserhahn abstellen. Der Hauptwasserhahn für Wasser befindet sich da, wo auch die Wasseruhr ist.

 

2. Stromzufuhr abstellen

Stromzufuhr unterbrechen, indem Sie die Sicherungen des Schadenbereichs abschalten.

 

3. Wasser entfernen

Mit Hilfe eines Nass-Saugers oder Tüchern das ausgetretene Wasser aufnehmen. Bei größeren Wassermengen die Feuerwehr benachrichtigen (Wasser absaugen).

 

4. Inventar sichern

Inventar aus dem Nassbereich entfernen oder hochstellen. 

 

5. Dokumentieren Sie den Schaden

Machen Sie Fotos vom Schaden bzw. der beschädigten Gegenstände.

 

6. Schaden melden

Wenn Sie in einem Mehrfamilienhaus oder Reihenhaus wohnen, benachrichtigen Sie Ihre Nachbarn.

 

Informieren Sie Ihre zuständige Versicherung über den Wasserschaden. 

 

Ortsansässige Fachfirma (Heizung & Sanitär) informieren, falls von Ihrem Versicherungsunternehmen keine Firma empfohlen wurde. Informieren Sie falls erforderlich: Hausmeister, Eigentümer, Hausverwalter oder Gebäudeverwalter usw..

 

7. Wasserschaden sanieren

Informieren Sie sich bei uns: Mit den geeigneten Maßnahmen sorgen wir für eine kurzzeitige Schadenbehebung. 

 

Estrichdämmschichttrocknung

Moderne Bauten verfügen überwiegend über Dämmschichten in Bodenaufbauten, worin sich häufig der Schwerkraft folgend zuerst das ausgetretene Wasser sammelt. 

Eine natürliche Abtrocknung in diesem weitestgehend geschlossenen Bereich ist nahezu ausgeschlossen, wodurch über lange Zeit Idealbedingungen für Schimmelpilzwachstum entstehen, sofern keine Trocknung der Dämmschichten vorgenommen wurde. 

Trocknung der Estrichdämmschicht Estrichdaemmschicht
Einflut- und Ausflutöffnungen bei der Dämmschichttrocknung

Die Trocknung von Dämmschichten erfolgt gemäß dem Stand der Technik mit sog. Verdichtern, wobei Luft durch die Dämmschicht im Unterdruck- oder Überdruckverfahren hindurch geführt wird. Dabei nimmt der Luftstrom die Feuchtigkeit auf und transportiert diese aus dem Fußboden Aufbau hinaus, bis eine gleichmäßige Gleichgewichtsfeuchte vorliegt. 

Hohlraumtrocknung

Eine Hohlraumtrocknung wird erforderlich, wenn Schächte, Trockenbauwände und Holzbalkendecken durch den Wasserschaden betroffen sind. Durch eine schnelle Hohlraumtrocknung kann die Gefahr von Langzeitschäden durch Restfeuchtigkeit erheblich gemindert werden.

Hohlraumtrocknung Holzbalkendecke
Hohlraumtrocknung einer Holzbalkendecke

Zur Trocknung von Hohlräumen ist, wie bei der Estrichdämmschichttrocknung, eine technische Systemtrocknung unumgänglich. Gemäß dem Stand der Technik erfolgt mit der trockenen Prozessluft der Trocknungsgeräte (Kondensations- oder Adsorptionstrockner) in Kombination mit druckerzeugenden Seitenkanalverdichtern der Luftaustausch innerhalb der Hohlräume.

Raumtrocknung

Sind nach einem Wasserschaden keine Dämmschichten oder Hohlräume betroffen, findet vielfach die einfache Raumtrocknung Anwendung. Bei einer Raumtrocknung wird die überschüssige Feuchtigkeit der betroffenen Bauteiloberflächen durch Absenken der relativen Luftfeuchtigkeit der Raumluft wieder entzogen. 

Raumtrocknung Kondensationstrockner Gebläse Geblaese
Raumtrocknung mit Kondensationstrockner und Radialgebläse

Hierfür werden Kondensations- oder Adsorptions-Trockner in Verbindung mit Turbo-Gebläsen eingesetzt. Durch deren Einsatz kann die Verdunstung der Feuchtigkeit an den Bauteiloberflächen wesentlich beschleunigt und somit die Trocknungszeit verkürzt werden.

Wandtrocknung und Oberflächentrocknung

Als Wandtrocknung bzw. Oberflächentrocknung wird im Gegensatz zur einfachen Raumtrocknung das ausschließliche Trocknen einzelner durchfeuchteter Wände oder Bauteilbereiche bezeichnet. In vielen Fällen kann hier der Einsatz von Infrarot-Trocknungstechnik die Maßnahme zu einem völlig lautlosen Vorgang werden lassen.

Wandflächen Wandflaechen Trocknung Infrarot Kondensationstrockner
Wandflächentrocknung mittels Infrarot Dunckelfeldstrahler und Kondensationstrockner

Sofern Wandverkleidungen aus Gipskarton oder Wände aus ähnlichem Material bestehen, wird zumindest ein teilweises Entfernen dieser Bauteilverkleidungen notwendig, da sie von der - durch den Wasserschaden - eingedrungenen Feuchtigkeit oftmals irreparabel beschädigt wurden und sich bereits innerhalb kürzester Zeit Schimmel gebildet hat.